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Thema: Deutsches Reich Feldpost 1. Weltkrieg
Das Thema hat 803 Beiträge:
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Latzi Am: 26.02.2019 18:46:48 Gelesen: 393369# 554 @  
Liebe Feldpostprofis,

über Erläuterungen zum folgenden Beleg würde ich mich freuen. Er stammt gemäß rückseitiger Absenderangabe erkennbar von einer Dame aus Basel/Schweiz und wurde "eben über die Grenze" in St. Ludwig aufgegeben, was man zur Portoersparnis vor dem Krieg häufiger findet. Was aber hat es mit der "Vermittlungsstelle für den Postverkehr" auf sich. Die Armee-Abteilung A war nach wikipedia die obere Kommandobehörde für die Verteidigung des Elsass. Handelt es sich hier um eine Art Vermittlungsstelle, die dann den richtigen Truppenteil raussuchte, bei der ein bestimmter Soldat eingesetzt war, wenn die Einheit nicht auf der Adresse angegeben wurde? Kann jemand die in Rot vermerkte Einheit, an die der Brief in der Folge gerichtet wurde entziffern?

Grüße
Lars


 
DFP14-18 Am: 27.02.2019 21:52:15 Gelesen: 393141# 555 @  
@ Latzi [#554]

Hallo Lars,

Du liegst da eigentlich völlig richtig. Feldpostbrief in St Ludwig aufgegeben (Portoersparung als Erklärung sehr wahrscheinlich). Post im Elsass wurde fast durchweg zensiert, deshalb der Zensurstempel. Man befürchtete hier ganz besonders Spionagetätigkeit der Bevölkerung mit deutschen oder französischen Wurzeln.

Die Adresse ist schon außergewöhnlich. Mit der mehr als spärlichen Angabe nur des Namens des Soldaten "Stenzel" würde üblicherweise eine Rücksendung erfolgen. Warum dies hier nicht geschah, darüber kann man nur spekulieren. Die Sendung ins neutrale Ausland aus dem Elsass heraus könnte ein Grund gewesen sein. Nun ist es auf der Abbildung leider nicht erkenntlich, ob oder was für ein Verschluss-Streifen angebracht wurde? Eher wahrscheinlich scheint mir die These, dass besagter "Stenzel" selbst bei der Vermittlungsstelle für den Postverkehr (...) eingesetzt und tätig war. Dann wäre er dort ja auch relativ leicht zu finden gewesen. Vermutlich wurde er inzwischen aber als Soldat in der Garnison Strassburg verwendet, deshalb die Umadressierung in roter Tinte.

Die neue Adresse lautet: 5 Korp 8 Komp II. Batl / Garnison Regt Stab (durchgestrichen) Strahsburg. Auch wurde der Adressat nun " Ldstmann" (Landsturmmann) benannt.

Der Armee-Abteilung A wurde u.a. die Garnison Strassburg unterstellt. Hier hat es Garnison-Truppen gegeben, die z.T. aus dem Divisionsverband herausgelöst waren. Dies scheint hier der Fall zu sein.

Ansonsten sagt der Stempeltext ja aus, was diese Verteilungsstelle zu tun hatte, eben die Post beim Armee-Oberkommando der Armee-Abt. A zu verteilen, denn diese Abteilung war über eine größere Fläche und Truppenteile verstreut.

Hoffe, das hat ein wenig geholfen.

Gruß Uli
 
Latzi Am: 28.02.2019 18:57:38 Gelesen: 392956# 556 @  
@ DFP14-18 [#555]

Herzlichen Dank für Deine Bemühungen. Der Verschlussstreifen ist übrigens neutral ohne Kennzeichen, so dass man leider nicht einmal sicher sein kann, dass er "amtlich" angebracht wurde.

Lars
 
DFP14-18 Am: 03.03.2019 17:55:17 Gelesen: 392132# 557 @  
@ Totalo-Flauti [#553]

Hallo, komme leider erst heute zu einer Antwort.

Der Aufkleber kommt von der Postsammelstelle Leipzig, das ist klar. Je nach Anzahl der dort eingegangenen Briefe/Karten an eine Einheit, wurden diese in große Umschläge eingelegt zur Weiterbeförderung oder es wurde ein Bund gefertigt bei dem obenauf ein entsprechender Zettel angebracht wurde.

In diesem Fall handelte es sich um "eilige Briefe" an das Res.Inf.Regt. 102. Möglicherweise war auch gerade kein entsprechender Umschlag vorhanden, deshalb der Zettel.

Als Beispiel habe ich einen solchen Umschlag von der Postsammelstelle Berlin c abgebildet.



Beste Grüße
Uli
 
Totalo-Flauti Am: 03.03.2019 22:18:39 Gelesen: 392093# 558 @  
@ DFP14-18 [#557]

Danke für Deine Ausführungen, Uli.

Liebe Sammlerfreunde,

ein Brief vom 09.07.1918 aus Leipzig-Thonberg an den Unteroffizier Paul Stier. Der Brief ging zurück an den Absender. Laut der Bleistiftnotiz galt der Unteroffizier wohl als vermisst. Das 183. sächs. Infanterie-Regiment unterstand zu dieser Zeit der 192 Infanterie-Division. Die Division kämpfte vom 13.5. bis 7.8.1918 an der Ancre, Somme und Avre in Frankreich. Den Brief mit solch ein Vermerk wieder zurück zu bekommen, war für den wahrscheinlich nahestehenden Absender bestimmt nicht schön.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
olli0816 Am: 07.03.2019 15:15:20 Gelesen: 391177# 559 @  
Hallo zusammen,

nach langer Zeit möchte ich hier eine Postkarte zeigen, die ich schon länger besitze:



Sie zeigt die Bahnhofstraße von Pillkallen oder Schloßberg. Wie man sieht, ist da vieles zersört worden. Pillkallen lag in Ostpreussen und heißt heute auf gut russisch Dobrowolsk.

Damit man eine Idee hat, wo das liegt:



Die Karte wurde als Feldpostkarte verwendet und an eine Frau Hedwig Günther nach Plauen versendet. Wobei versendet ist fraglich, da leider kein Stempel auf der Karte zu finden ist:



Der Ort wurde in der Anfangsphase des 1. Weltkrieges ganz schön mitgenommen. Im August 1914 von den Russen besetzt und bei der ersten Besetzung kaum zerstört. Die Deutschen eroberten ihn zwischenzeitlich wieder zurück und im November besetzten die Russen den Ort wieder. Dabei wurde er stark zerstört, das zeigt die Abbildung der Karte. Die Kirche im Hintergrund auf der Karte ist die evangelische Kirche. Ich habe dazu ein Foto bei GenWiki gefunden:



Es muss mal ganz hübsch dort gewesen sein. Von GenWiki noch ein zweites altes Foto, was mir sehr gut gefallen hat:



Es zeigt die damalige Hauptstraße. Ich war 1992 fast am Anfang der Öffnung für Ausländer im russischen Teil Ostpreussens in Kaliningrad, Tilsit und anderen Orten. Es stehen in Pillkallen sicher noch einige Häuser aus der damaligen Zeit, aber ich denke, es wird ziemlich trostlos sein. Kalinigrad hat sich inzwischen zwar stark zum besseren verändert, aber die Umgebung ist durch Abwanderung sehr einsam.

Wer mehr Geschichte mag, hier der Link aus GenWiki mit noch mehr Fotos:

http://www.http://genwiki.genealogy.net/Pillkallen

Grüße Oliver
 
hajo22 Am: 07.03.2019 18:24:08 Gelesen: 391131# 560 @  
Feldpostbrief vom 23.7.1918 aus Obernkirchen an einen Flugzeugmechaniker bei der Seeflieger Station Tschanak/Türkei. Deutsche Militärmission Türkei, Marine Sonderkommando.

Der Brief lief über das Marine Postbüro in Berlin.



hajo22
 
DFP14-18 Am: 15.03.2019 22:04:15 Gelesen: 389722# 561 @  
@ Totalo-Flauti [#558]

Guten Tag mal wieder!

Das Gebiet der Rücksende-Post der Feldpost im 1. Weltkrieg ist enorm umfangreich. Im Lauf der Jahre hat sich so manches bei mir angesammelt. Leider sind oft traurige Schicksale damit verbunden. Gerade in der ersten Zeit des Krieges tragen die Rücksendebelege lediglich den Stempel oder die Bemerkung "zurück". Bald gab es Anweisungen, den Grund dafür anzugeben (auch in den Feldpostübersichten zu finden). Das führte dazu, dass oft nur lapidar angegeben wurde z.B. "tot" oder gar nur ein Kreuz. Später wurde weiter verfügt, dass die Angaben einfühlsamer sein müssen. Nun findet man vermehrt Hinweise wie "+ auf dem Felde der Ehre" oder "für´s Vaterland" und viele andere Bemerkungen. Die Hinweise wie "verwundet" oder "vermisst" konnten zumeist nicht näher beschrieben werden, da Genaues ja dann oft nicht bekannt war.

Hier zur Dokumentation ein schöner Beleg, den ich gerade erstehen konnte.



Der Grund der Zurücksendung war laut Notiz: Verw[undet] Laz[arett] unbek[annt] zurück

Auf der Rückseite (Textseite) wurde ein Zettel aufgeklebt als Benachrichtigung für den Absender mit genauer Begründung. (Formular F 14 IIa / Druck von 1914). So etwas ist wirklich selten. Es ist erstaunlich, wie gut sich der Beleg erhalten hat.

Viel Spass und Freude für alle Feldpostfreunde
Uli
 
Latzi Am: 16.03.2019 09:41:30 Gelesen: 389669# 562 @  
@ DFP14-18 [#561]

In Ergänzung dazu ist es dem Adressaten dieses Briefes schlechter ergangen "Heldentot gestorben" - fraglich ob das die Angehörigen getröstet hat.


 
Manne Am: 07.07.2019 10:07:48 Gelesen: 374754# 563 @  
Hallo,

eine Feldpostkarte vom 30.10.1914 mit der Ansicht des Dockschiffs "Vulcan". Gefunden in den 35 Cent Kisten der Fa. Gärtner beim Tag der offenen Tür.

Gruß
Manne


 
DFP14-18 Am: 08.07.2019 22:47:30 Gelesen: 374556# 564 @  
Liebe Freunde der Feldpost 1. Weltkrieg,

dem Thema der ausgestanzten Feldpoststempel habe ich mich seit vielen Jahren verschrieben. Wenn mein Leben dazu ausreicht, so will ich darüber einen Katalog veröffentlichen. Es ist aber ein verflixt schwieriges Gebiet. Nicht die Registrierung/Katalogisierung der verschiedenen nachgewiesenen Stempel ist die Schwierigkeit, hier bin ich effektiv komplett. Die Schwierigkeit besteht im Bestimmen der Urstempel vor Ausstanzung, der Zuordnung zu den einzelnen FP-Anstalten und Tauschaktionen innerhalb der Armeen, sowie der Verbleib und Zeitpunkt gestohlener oder in den Kriegswirren verloren gegangener Stempel.

Heute möchte ich einen recht selten vorkommenden ausgestanzten Stempel vorstellen:



der ausgestanzte Stempel





die 3 möglichen Urstempel

Nicht ausgestanzt (= Ur-Form) kommt diese Art Stempel (= Form 12) ab Ende März 1916 (bis Anfang 1917) bei den bayerischen Feldpoststationen 401 bis 415 vor. Mitte Februar 1917 mussten die Stempel bestimmungsgemäß ausgestanzt (aptiert) werden. Allerdings findet man die Stempel dieser Form bis auf 3 Ausnahmen danach weiter auf nachzuweisenden Sendungen, was wiederum den Bestimmungen gerecht wurde. Lediglich die Stempel der Stationen 407, 409 und 414 sind nach Februar 1917 in ihrer Urform (nicht ausgestanzt) nicht mehr nachweisbar, sie können deshalb ausgestanzt vorkommen. Der gezeigte Stempel ist bei Beachtung der von mir verwendeten Bestimmungsmerkmale derjenige der Station 409. Bei dieser Station taucht er aber nicht mehr auf! Nachgewiesen habe ich ihn bei den Stationen 406 (März 1917), 426 (Ende Feb. 1917), 884 (= 16.bayer. Inf.Div. im März 1917), 660 (20. Landwehr-Division im Jan/Feb 1918).

Der Absender des gezeigten Beleges war beim 11.Bayer.Inf.Rgt, dieses war Teil der 16.bayer.Inf-Division, welche von der Feldpost 884 bedient wurde.

Nun bitte ich alle diejenigen, die Feldpostbelege sammeln, einmal nachzusehen, ob dieser ausgestanzte Stempel in der Sammlung vorhanden ist. Es wäre mir eine große Hilfe.

Auch ansonsten biete ich zu anderen Fragen der Feldpost gern meine Hilfe an.

Gruß Uli
 
vals59 Am: 12.07.2019 18:50:49 Gelesen: 373866# 565 @  
@ DFP14-18 [#564]

Hallo Uli,

persönlich wusste ich nicht, dass diese Art der Kreisstegstempel ausgestanzt wurde. Selbst im Urzustand ist sie nicht sehr leicht zu finden.

Grüsse aus Frankreich.

Emmanuel.
 
vals59 Am: 12.07.2019 19:09:53 Gelesen: 373861# 566 @  
Hallo zusammen,

um im Bereich der ausgestanzten Stempel zu bleiben, gibt es hier eine Karte, die auf der Vorderseite einen aptierten bayerischen Stempel und den Stempel der Kommandantur von Pérenchies (bei Lille, Nordfrankreich) und auf der Rückseite einen Stempel, der dem Empfänger eine Adressänderung anzeigt (gemäß Verordnung Nr. 54 vom Januar 1917).



Die gesamte Post der Ortskommandanturen im Gebiet der 6. Armee musste an das DFP 426 weitergeleitet werden (Armeetagesbefehl vom 5 Februar 1917).

Die DFP 426 hatte keinen eigenen Stempel. Um zu finden, woher dieser Stempel kommt, hat man 6 mögliche Feldpostanstalten, da ihre Briefmarke den Unterscheidungsbuchstaben "a" enthält:

- DFP 925: FpE der 1. bay Inf. Division
- DFP 798: FpE der 3. bay Inf. Division
- DFP 904: FpE der 4. bay Inf. Division
- DFP 813: FpE der 5. bay Inf. Division
- DFP 847: FpE der 10. bay Inf. Division
- DFP 955: FpE der 11. bay Inf. Division

Von diesen 6 Feldpostanstalten könnten 3 geeignet sein, da sie sich im Gebiet der 6. Armee und näher an Lille befinden:

- DFP 798: FpE der 3. bay Inf. Division in Lambersart
- DFP 904: FpE der 4. bay Inf. Division in Wambrechies
- DFP 813: FpE der 5. bay Inf. Division in Haubourdin

Schließlich wurde das bekannte Frühdatum dieser Station der 20. Februar 1917 sein.

Grüsse aus Frankreich.

Emmanuel.
 
DFP14-18 Am: 16.07.2019 00:04:42 Gelesen: 373350# 567 @  
Die gesamte Post der Ortskommandanturen im Gebiet der 6. Armee musste an die FPSt. 426 weitergeleitet werden (Armeetagesbefehl vom 5.2.1917.

Hallo Emmanuel,

das ist völlig korrekt. Der Beleg in meiner Sammlung vom 27.2.17 mit dem besagten bayerischen ausgestanzten Stempel ( #564 ) ist ein solcher von der „Ortskommandantur Mericourt“. Auch ansonsten finden sich unter 37 Belegen der FPSt 426 in meiner Sammlung nur solche mit Absenderstempeln von Ortskommandanturen. Dazu kommen lediglich 2 Belege mit Stempeln vom „Sägewerk 556“ und der „Entwässerungsabteilung 506“.

Die vorkommenden Abstempelungen dieser Station sind ausgesprochen vielfältig, da diese lediglich Ausgabestelle war und keinen eigenen Feldpoststempel besaß. Auch der von Dir abgebildete Feldpoststempel ist deshalb nicht typisch für diese Station.

Beste Grüße
Uli
 
vals59 Am: 16.07.2019 10:20:32 Gelesen: 373264# 568 @  
@ DFP14-18 [#567]

Hallo Uli,

im Buch "Die bayerische Armee-Post-Direktion 6" von B. Koop, Seite 374, gibt es eine Kopie einer Karte aus dem DFP 798 mit einem Stempel, der dem meiner Karte sehr ähnlich ist.

Grüsse aus Frankreich.
Emmanuel.
 
DFP14-18 Am: 17.07.2019 19:46:26 Gelesen: 372931# 569 @  
@ vals59 [#566]

Hallo Emmanuel,

für den von Dir abgebildeten Feldpoststempel gibt es 9 Möglichkeiten, also 3 mehr als von Dir vermutet.

-Kat-Nr. 2568 I. bayer. AK FPSt 707
-Kat-Nr 2575 II. bayer. AK FPSt 729
-Kat-Nr. 2608 1.bayer. ID FPSt 925
-Kat-Nr. 2625 3.bayer. ID FPSt 798
-Kat-Nr. 2631 4.bayer. ID FPSt 904
-Kat-Nr. 2637 5.bayer. ID FPSt 813
-Kat-Nr. 2649 10.bayer. ID FPSt 847
-Kat-Nr. 2654 11.bayer. ID FPSt 955
-Kat-Nr. 2737 EtInsp. 6.Armee FPSt 402











Nun geht es in die feinen Unterschiede. Dieses sind für diese Stempel folgende, denn alle haben kaum erkennbare Abweichungen:

Durchmesser des Stempels; Anzahl der Straffuren oben und unten; Steghöhe; Position der Zeichen Raute und a; Stellung des F von FELD… zum oberen Steg; Stellung des T von…POST zu den oberen Straffuren; (und weitere)

Wegen des nicht exakten Maßstabes Deiner Abbildung ist der Stempeldurchmesser und die Steghöhe nicht bestimmbar. Aber bei Deinem Beleg befindet sich die Raute und das a in mittlerer Steghöhe; das F beginnt knapp unterhalb des oberen Steges; das T steht zwischen der 3.-4. Straffur von rechts.

Somit kommen nur noch in Betracht:

Katalog-Nr. 2625 (3.b.ID = DFP 789), 2637 (5.b.ID = 813) und 2654 (11.b.ID = 955)

Nun zeigt Dein Beleg am 17.2.17, also noch kurz nach dem Datum der Ausstanzung, einen Defekt der unteren Steglinie. Und einen solchen gibt es nur bei der DFP 798 ! Damit ist das Rätsel des Urstempels geklärt. Es handelt sich um den ausgestanzten Stempel (Kat-Nr. 2625) der 3. bayer. Infanterie-Division also der DFP 798. Deine Vermutung lag also schon sehr nahe.

Aber wie schon geklärt ist es kein charakteristischer Stempel der bayer. FPSt 426, denn diese hatte keinen eigenen Stempel!

Es macht immer wieder Spaß, Detektiv zu spielen.



Hier noch 2 Belege von der DFP 798 mit dem von Dir gezeigten Stempel zum Beweis.

Beste Grüße
Uli
 
DFP14-18 Am: 17.08.2019 11:26:14 Gelesen: 368239# 570 @  
Neuerscheinung

Die deutsche Feldpost im Ersten Weltkrieg 1914 - 1918, Handbuch und Katalog.

Der völlig überarbeitete Band 1. ( Andersonbuch ) wurde von Horst Borlinghaus (unter Mitwirkung von Ulrich Düntsch, Bernd Essler, Andreas Kitz, Wolf Dieter Röttger und Bernhard Roubin) in 3. Auflage neu gestaltet. Auf 313 Seiten mit Fadenbindung wurden nahezu alle Bereiche der Feldpost des 1. Weltkrieges übersichtlich dargestellt. Die Kapitel sind mit 230 farbigen Belegabbildungen, 15 Landkarten, 467 Stempeln, R - Zetteln und Vignetten reichlich illustriert. Ein Stichwort- und Abkürzungsverzeichnis erleichtert die Suche. Ausführliche Quellenangaben unter den einzelnen Kapiteln erleichtern das Zugreifen auf weiterführende Literatur. Ein besonderer Wert wurde auf die einzelnen Kriegsschauplätze gelegt. Dabei wurden für viele Feldposteinrichtungen die zugehörigen Standorte verzeichnet.

Es bedeutet eine in allen Themenbereichen überarbeitete und ergänzte, sowie neu illustrierte Fassung des lange vergriffenen Basiswerkes aus dem Jahr 2000.

Das Handbuch ist eine Pflichtlektüre für jeden Feldpostsammler des 1. Weltkrieges.

Es kostet 48,00 EUR und ist zu beziehen durch B. Schäfer, Strooter Kampen 11, 26446 Friedeburg



Viel Spaß weiterhin mit der Feldpost
Uli
 
Sachsendreier53 Am: 30.08.2019 10:07:44 Gelesen: 366100# 571 @  
Feldpostkarte aus HOHENSALZA vom 26.5.1915 nach Stralsund, betreffs einer Auskunft/Aktenlage über einen Soldaten im I.Batl.Inf.Regt.140 im Felde.





mit Sammlergruß,
Claus
 
Fridolino Am: 24.09.2019 19:47:47 Gelesen: 361148# 572 @  
Ich staune, dass hier bisher noch kein achteckiger Briefstempel gezeigt wurde.

Hier ist einer vom Pirnaer Pionier-Bataillon




Viele Grüße
Fridolino
 
DFP14-18 Am: 25.09.2019 14:16:21 Gelesen: 361078# 573 @  
@ Fridolino [#572]

Es ist zwar ein netter Soldatenbrief-Stempel, allerdings nicht so außergewöhnlich, wie Du es vermutest. Im Gegensatz zu Bestimmungen/Verordnungen zu den eigentlichen Feldpoststempeln gab es für die "SB"-Stempel (landläufig auch als Truppenstempel genannt) keine verbindlichen Vorschriften. Jede Einheit, und sei sie noch so klein gewesen, konnte nach Belieben seine Stempel herstellen (lassen). Deshalb gibt es alle erdenkbaren Formen und Kombinationen vom reinen Zeilenstempel über Rechteck-, Rund- und Vieleck-Stempeln mit und ohne Verzierungen u.s.w.. In einer Armee kommen deshalb bis zu 10 000 (!) verschiedene Soldatenbriefstempel vor (z.B. beim Oberbefehlshaber Ost = OberOst).

Ich finde es aber sehr schön, wenn jeder in diesem Forum seine Stempel vorstellt, das ist der Sinn desselben. Hier will ich nicht missverstanden werden.

Freundliche Sammlergrüße
Uli
 
DFP14-18 Am: 26.09.2019 21:49:49 Gelesen: 360752# 574 @  
@ Fridolino [#572]

Hallo Fridolino,

in Ergänzung zu meiner Mitteilung zu den verschiedensten Formen der Soldatenbriefstempel (Truppenstempel oder auch Formationstempel) zeige ich einen solchen Stempel auf einem Beleg, der mir gerade in die Hände fiel. Er kann als Beispiel für die Vielfältigkeit dieser Stempel dienen. Wie soll man diese Form wohl beschreiben, sagen wir einfach mal "Zierstempel"?

Absender war bei der III. Radfahrer-Kompanie, Jäger 10. Aufgegeben wurde die Karte im Hauptbahnhof Lüttich über die Kaiserliche Kommandantur in Lüttich. Der Stempel diente zum Nachweis der Portofreiheit.



Freundliche Sammlergrüße
Uli
 
HWS-NRW Am: 27.09.2019 08:55:05 Gelesen: 360688# 575 @  
@ DFP14-18 [#574]

Hallo,

ein wirklich schöner Briefstempel, diesen kannte ich noch nicht, sonst hätte ich ihn gerne in meinem Buch "Mit dem Fahrrad an die Front" reingenommen. Da die Truppenteile oft in Ermangelung des "offiziellen" Stempels, z.B. Verlust nach Feindberührung, im "nächst größeren Ort" einen neuen Ersatz-Stempel erstellen lassen konnten, kommen derartige Formen aber trotzdem recht selten vor.

mit Sammlergruß
Werner
 
skribent Am: 27.09.2019 11:33:58 Gelesen: 360658# 576 @  
@ DFP14-18 [#573]

Hallo Uli,

auf Deine Ausführung hin habe ich meine Kiste durchwühlt und folgenden Briefstempel gefunden.



Hauptmann Hohmann heißt Hans und er schreibt am 24.7.1917 seinem "Elsekind", dass er wohl mit dem Balkanzug am 6.8. auf Urlaub kommt.

Aber der Stempel - ist das nicht ein künstlerisch wertvolles Stück?



Auch einen 6-Ecker habe ich gefunden, weniger spektakulär, aber schön sauber abgeschlagen.

Kommt auch von der M.E.D. 7 "Balkan"

MfG >Franz<
 
DFP14-18 Am: 27.09.2019 13:40:54 Gelesen: 360630# 577 @  
@ skribent [#576]

Moin Moin Franz,

dieser deutsch-bulgarische Formationsstempel der MED 7 ist ein wahrliches Prachtstück! Dies nicht nur von der verzierten Form her, sondern auch vom militärischen und historischem Wert. Gratulation zu diesem Beleg (Bin ein ganz klein bischen neidisch) !

MfG Uli
 
DFP14-18 Am: 27.09.2019 14:06:36 Gelesen: 360621# 578 @  
@ HWS-NRW [#575]

Hallo Werner,

so ganz habe ich Deinen Beitrag nicht verstanden.

Der von mir gezeigte Formationsstempel hat doch mit der Radfahrerkompanie eigentlich gar nichts zu tun, gehört also doch auch nicht in das Buch ("Mit dem Fahrrad...") hinein. Die Kommandantur war wie der Name schon sagt für ganz andere Aufgaben zuständig. Da der Soldat gerade in Lüttich war, hat er seine Karte lediglich dort abgegeben.

Zum anderen gab es gar keine "offiziellen" Formationsstempel. Diese konnten je nach Wunsch und an verschiedensten Stellen beschafft werden. Oft wurde sie direkt bei der Truppe hergestellt. Offiziell und nach genauen Verordnungen/Vorschriften wurden nur die eigentlichen Feldpoststempel bei genau bestimmten Firmen (Stempelschneidereien) hergestellt. Diese konnten natürlich nicht "im nächst größeren Ort" hergestellt/erstellt oder besorgt werden, denn diese durften ausschließlich von der zuständigen Feldposteinrichtung und nicht von der Truppe als solche verwendet werden. So gab es z.B. die Firma Gleichmann in Berlin oder Braungard in München.

Aber wie ich schon geschrieben habe konnten diese Formationsstempel nach eigenem Gutdünken in jeder Form und nach Fantasie hergestellt werden. Sie dienten ausschließlich zum Nachweis der Truppenzugehörigkeit und Nachweis der Portofreiheit.

Viele Grüße
Uli
 

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