| Dauer des Lagers:
Gründung am 1917-04-07 bis Januar 1920 Lokalisierung:
Japan, 12 km von Tokushima entfernt, ein japanischer Truppen-Übungsplatz Grösse des Lagers:
57.000 m², 1/7 davon für die 8 Mannschafts- und weitere Offiziersbacken. 80 Hütten für Werkstätten und Läden. Anzahl der Gefangenen:
938 deutsche Gefangene mit 20 Offizieren, am 1918-08-07 kamen 80 Gefangene aus dem Lager Kurume hinzu. Die anderen Gefangenen stammten aus den Lagern Narashino, Tokushima (1917-04-06), Marugame (1917-04-07) und Matsuyama (1917-04-09). Dauer der Lagerpost:
1919-09-08 (Michel: August 1918) Genehmigung durch den Lager-Sergeanten Tomojiri Kametani (dieser konnte sich an einen sehr heissen Tag im August oder September 1919 erinnern; ein Jahr später als Handbook und Michel angeben!)
Seitz S. 138 gibt die Eröffnung mit dem 25. August an.
Am 8. August 1918 wird in der Lagerzeitung von der Eröffnung der Post berichtet.
Die Jahreszahl "1919" bei Rüfer/Rungas sei vielleicht ein Druckfehler? (so Haspel, der auch eine echte, nach München gelaufene Postkarte vom 16.4.1919 besitzt.)
Die Marken durften nur innerhalb des Lagers verwendet werden.
„Um die Verbindung mit den Kameraden in den abliegenden Baracken zu erleichtern, wurde später auf Befehl des japanischen Lagerkommandanten eine Baracke als Postamt eingerichtet und mit dem entsprechenden Personal versehen. Da den Gefangenen für ihre im Lager verrichtete Arbeit eine Entschädigung zugesagt war, so durften die bei der errichteten Post Beschäftigten nicht nachstehen. Aus diesem Grunde wurde für ihre Tätigkeit eine geringe Gebühr erhoben. Bei Briefzustellung kostete eine Karte 2 Sen und ein Brief 5 Sen.“ (Scholz)
Lagerpost /Taxen für
- Gew. Briefe 2 Sen
- Eil-Briefe 5 Sen
- Einschreibe Briefe 5 Sen
- Wertbrief 5 Sen
- (mit Wertangabe bis zum Höchstbetrag von Yen 30-)
- Pakete 5 Sen
- Wertpaket 7 Sen
- (mit Wertangabe bis zum Höchstbetrag von Yen 30-)
- Telegramme 7 Sen
Verkaufsstellen von Postwertzeichen.
- Bar. II Lippker Bar V Schillig
- Bar III Mö.ller Bar VI Schmitz
- Bar IV Heckmann Bar VII Fehr
Einschreibe= & Wertbriefe, Pakete und Telegramme sind nur in Tapautau Bude 74 ab zuliefern.“ (Jaehnisch) Anzahl der Ausgaben: Eine Auflage mit zwei Werten.
- 2 Sen schwarz/gelb/hellgrün/hellblau (Hütte und Baum auf einem Berg) gedruckt in Bogen zu 4 x 5 Marken. 750 Stück?
- 5 Sen schwarz/gelb-grün/hellblau/hellbraun (Hütte), gedruckt in Bogen zu 4 x 4 Marken. 250 Stück?
Gedruckt von Gummiplatten, daher ist jede Marke von Hand gezeichnet und weist kleine Verschiedenheiten auf. Nähmaschinen-Perforation.
Am unteren Bogenrand „Gedruckt in der Lagerdruckerei des / Kriegsgefangenenlagers Bando, Japan.
Entwertung mit einem Zweikreis-Stempel „Lagerpost Bando“, in der Mitte ein japanisches Schriftzeichen; dieser Stempel aus Metall ging bei der Auflösung des Lagers verloren.
„Dem Feldwebel, der im Lager als Postleiter tätig war, gelang es, einen kleinen Bestand dieser Marken in die Heimat zu retten. 1920 erwarb Scholz von ihm 5 Bogen zu 2 Sen und 4 Bogen zu 5 Sen. Ausserdem noch wenige Einzelstücke, worunter sich etwa 10 gestempelte befanden. Von den ungebrauchten Marken vertauschte er einige Stücke bei der Fa. Kosack in Berlin. Ausser den in seiner Sammlung befindlichen Belegstücken ist der Rest ein Raub der russischen Brandbomben geworden. Richtig im Lager gelaufene Postsachen sind mir bisher nur eine Karte und ein Brief zu Gesicht gekommen.“ (Scholz) Bei Mohrmann in Hamburg wurden 1977 als Los 1301 je ein Bogen beider Werte für € 8.600 verkauft. Die beiden sehr leistungsfähigen Lagerdruckereien brachten neben einer Lagerzeitung und einem Adressbuch der Insassen mit deren Heimatadressen auch Lagerpostkarten heraus, von denen in Zeichnung und Farbe (grün, rot, braun, blau) bislang 7 verschiedene bekannt sind. Von Lagergeld sind bislang je ein Stück von zwei verschiedenen Scheinen bekannt geworden. Weiterführende Literatur:
Jaehnisch-Leipzig: Lagerpost Bando 1914 - 18. in Merkur Nr. 76, S. 22 (März 1954)
Rüfer, Helmut und Wolf Rungas: Handbuch der Kriegsgefangenenpost Tsingtau, Düsseldorf, 1963. S 37 ff
Seitz Ludwig: Die Post der Tsingtauer. Hrsg. ARGE der Sammler deutsche Kolonialpostwertzeichen. Band 3, 1998
R. Scholz, R.: Die Lagerpost Bando. in: DBZ 1961:1:32
Williams, L. N. & Maurice: Bando Camp Post, in: Stamp Magazine 1962:143
Williams, N.L.: Bando Camp Post, in The Cinderella Philatelist, 1977:April: 32 ff |