| Während des Krieges 1939 - 1945 brachte die deutsche Regierung Millionen von Ausländern zum Arbeiten nach Deutschland. Manche dieser „Fremdarbeiter“ kamen freiwillig, viele wurden gezwungen. Schätzungen sprachen von 8,5 Millionen Menschen, die 1,8 Millionen ausländischer Kriegsgefangener in Deutschland mitgerechnet.
Heute heisst dieser Personenkreis „Zwangsarbeiter“, über deren finanzielle Entschädigung heftig diskutiert wird.
Bei der Besetzung Deutschlands 1945 nannten die Alliierten diese Menschen „Displaced Persons“, abgekürzt „DP“ oder auf Deutsch „Verschleppte“. Sie sahen es als ihre vordringliche Aufgabe an, die Verschleppten zu sammeln, zu versorgen und so schnell wie möglich nach Hause zu bringen. Bei der grossen Zahl war das eine riesige Herausforderung.
Drei Wochen nach Kriegsende, am 1945-08-28, wurde die Zahl der Verschleppten in der ABZ und BBZ auf 4.2 Millionen Menschen geschätzt, davon 2,3 Millionen Osteuropäer. Grosse Teile der späteren BBZ waren noch amerikanisch besetzt. Etwa 2 Millionen der Verschleppten hielten sich auf dem Gebiet der späteren BBZ auf. Die meisten lebten schon wie vor Kriegsende in Lagern.
Die Verschleppten aus westeuropäischen Ländern kehrten so schnell wie möglich in ihre Heimat zurück. Die Briten übergaben im Juni und Juli 1945 etwa 80.000 Sowjetbürger an die sowjetische Armee und übernahmen ebenso viele nicht russische Verschleppte. Diesen Austausch hatten die Alliierten in der Konferenz von Yalta im Februar 1945 vereinbart.
Viele Polen, Letten, Litauer, Esten, Ukrainer und Jugoslawen wollten trotz kräftigen Drucks der Briten nicht in ihre Heimatländer zurückkehren, weil sie Repressalien der neuen kommunistischen Machthaber befürchteten.
Am 1947-01-01 lebten noch 270.000 Verschleppte in der BBZ. Die meisten davon waren Polen, Letten, Ukrainer und Esten. Fast alle befanden sich in Lagern. Am 1947-03-27 bestanden 130 Lager. Ende 1947 waren es noch 108, Ende 1949 noch 67 Lager. Viele Verschleppte konnten auswandern, vor allem nach den USA, Australien, England und Canada. Bis zum 1949-03-01 ging die Zahl der Verschleppten in Lagern der BBZ auf 142.000 zurück.
BBZ, das ist das Gebiet der heutigen Bundesländer Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Bremen war amerikanisch besetzt; dort galten die britischen Regelungen für die Post der Verschleppten nicht. Die DPs genossen für ihre Post innerhalb Deutschlands und ins Ausland Gebührenfreiheit. Sie mussten dafür Umschläge verwenden, auf denen z.T. die Briefstempel ihrer Lager abgeschlagen waren, auf jeden Fall auch ein Stempel rechts oben mit „Displaced Persons Mail Paid“, die in verschiedener Form (meist rechteckig) gestaltet waren. In Meerbeck und Leese ist auch der Ortsname enthalten. Meerbeck wurde auch auf Klebezetteln verwendet. Dortmund gibt es mit Schreibmaschine auf Klebezetteln.
Wer weiss mehr? speziell zur ABZ und FBZ ?
Weiterführende Literatur:
Heber, Manfred G.: HANDBUCH der Lagerpost um 1945, Maspalomas, 1995
Heber, Manfred G.: KATALOG der Lagerpost um 1945, Elmshorn, 1986
in beiden auch Angaben zu weiterer Literatur
Strobel, Wolfgang: Post der befreiten Zwangsarbeiter, Bonn, 2001 |