Post der DPs

Maczkow


Von den Engländern wurde der Ort Haaren (an der Ems) von der deutschen Bevölkerung geräumt und an polnische (entmilitarisierte) Soldaten und DPs übergeben. Zum Gedenken an den polnischen Panzer-General Maczek wurde der Ort in „Maczkow“ umbenannt.
Erst nach vielen Jahren verkleinerte sich die polnische Besetzung und die Deutschen konnten in ihr stark beschädigtes Eigentum zurückkehren.
Es dauerte nochmals viele Jahre und gerichtlicher Prozesse, ehe ein Teil der Schäden von der deutschen Regierung bezahlt wurde.

Es gibt Briefe mit Marken der Ausgabe von Spakenberg und Haffkrug , welche den Stempel „Maczkow“ tragen.

Wer weiss mehr?

Weiterführende Literatur:
Heber, Manfred G.: HANDBUCH der Lagerpost um 1945, Maspalomas, 1995
Heber, Manfred G.: KATALOG der Lagerpost um 1945, Elmshorn, 1986
in beiden auch Angaben zu weiterer Literatur
Heber, Manfred G.: Maczkow. in: RB ARGE Polen 1983/3
Strobel, Wolfgang: Post der befreiten Zwangsarbeiter, Bonn, 2001

  • DPAC/AC 263, Team 162: 1945-08-.. bis 1947-04-..
  • DPACS/DPACCS 37/263: 1947-07-.. bis 1949-01-..

Abriss der Geschichte der weiblichen Kriegsgefangnen-Soldaten der Heimatarmee (AK), nach dem Warschauer Aufstand im Lager Oberlangen (Stalag VI C).

Irena Skrzynska

Das Los der Aufständischen, die während der Kämpfe in der Hauptstadt in die Hände des Feindes gerieten, war vielfältig: Wenn sie in den ersten Augustwochen nicht wie Banditen behandelt wurden und durch Erschiessen gleich den Tod fanden, erwartete sie die Deportation in Konzentrationslager oder zu Zwangsarbeiten nach Deutschland.

Die eindringlichen Interventionen seitens der polnischen Exilregierung in London bei den Alliierten zeigte Wirkung: In dem Kapitulationsvertrag, der am 2. Oktober in Ozarow von beiden Seiten unterzeichnet wurde, finden sich Artikel hinsichtlich der Männer und Frauen, die im Aufstand gekämpft hatten. Diese gestehen ihnen Kombattantenrechte zu und daraus folgend den Status von Kriegsgefangenen. Seitdem wurden sie in Strafgefangenen- und Offizierslager gebracht. Die Aufsicht und Betreuung fiel damit ausschliesslich in den Kompetenzbereich der deutschen Streitkräfte – der Wehrmacht. Die Kapitulationsurkunde gesteht den in Warschau kämpfenden Frauen die gleichen Rechte wie den Männern zu. Dies war der Grund dafür, das zum ersten Mal in der Geschichte auch Frauen als Kriegsgefangene hinter Stacheldraht in Lagern zu sehen waren.

Zur Zeit des Ausbruchs des Warschauer Aufstandes am 1944-08-01 zählte die Heimatarmee in Warschau etwa 5.000 Frauen. Sie hatten dieselben Rechte und Pflichten wie die Männer. Sie nahmen an allen Aktionen der Heimatarmee teil und arbeiteten im Dienst der Organisation, der Versorgung, des Nachrichtendienstes, der Sabotage, des Sanitätswesens, der Information und der Propaganda. Fielen sie in die Hände der Deutschen, erwartete sie das gleiche Schicksal, wie ihre männlichen Kameraden: das Erschiesungskommando, das Gefängnis oder das Konzentrationslager.

Vom 5. Oktober an begannen die Aufständischen Warschau zu verlassen. Zu Fuss marschierten sie in die ca. 20 km entfernten zwei Durchgangslager: Pruszkow und Ozarow. Die Insassen der Lazarette der Aufständischen und die Verwundeten wurden auf dem Westbahnhof in Züge verladen und in Lazarett-Lager in Zeitheim gebracht (in diesem Transport befanden sich etwa 586 Frauen). Die zweite Gruppe der Verwundeten fuhr von Pruszkow in die Stalags XI A nach Altengrabow und Gross-Lübars.

Die Transporte von Ozarow führten in verschiedene Richtungen:

-- nach Nordwesten ins Stalag X B in Sandbostel

-- in das Stalag XI B in Fallingbostel

-- in das Zweitlager Bergen-Belsen.

Ein anderer südwestlich gerichteter Transport führte die Gefangenen in das riesige Durchgangs-Lager Stalag 344 in Lamsdorf (Lambinowice). Von hier aus wurden die Frauen in das Stalag IV B in Mühlberg und weiter in das Stalag IV B in Altenburg überführt. Die weiblichen Offiziere wurden in das OFLAG IX C in Molsdorf gebracht: 382 Offiziere und 38 Gefreite.

Vom Dezember 1944 an begannen die Deutschen die Frauen aus der Heimatarmee im Straflager VI C in Oberlangen zu sammeln.

Das gemeinsame Schicksal aller kriegsgefangenen Frauen waren die schlechten Bedingungen im Lager. Die Deutschen waren auf eine Unterbringung mehrerer tausend Frauen, die den besonderen Status von Kriegsgefangenen hatten, nicht vorbereitet. Die Männer wurden in den seit 1939 bestehenden Lagern untergebracht, welche unter der Obhut des Internationalen Roten Kreuz standen. Die Frauen wurden in -vom restlichen Lager mit Stacheldraht abgegrenzten- Baracken eingepfercht. In der Enge, der Kälte, dem Fehlen grundlegender hygienischer Einrichtungen und oft hungernd, mussten sie den schweren Winter 1944/45 überstehen. Bedrängt vom Überreden und Drohungen, auf den Kriegefangenen-Status zu verzichten und zum „zivilen Status“ zurück-zu-kehren, was erlaubt hätte, sie in der Industrie des Dritten Reichs zu beschäftigen, gaben sie jedoch dem Druck nicht nach und erhoben deutlichen Widerspruch, wie er in der Genfer Konvention von 1929 bezüglich der Rechte von Kriegsgefangenen vorgesehen war.

In den einzelnen Lager organisierte sich das Dasein der Gefangenen unter dem Kommando von Offizieren, die noch in Warschau dazu bestimmt worden waren. Sie verheimlichten ihren Offiziersrang, um ihre Kameradinnen in die Stalags zu begleiten. Ihr Ziel war sowohl die Betreuung besonders junger Mädchen, als auch die Aufrechterhaltung der Disziplin in den Reihen der Heimatarmee hinter dem Stacheldraht, indem sie das Leben unter vollständig neuartigen Bedingungen organisierten.

Unter der Vielzahl der Kriegsgefangenen befanden sich auch Frauen mit höherer Bildung, mehrsprachige, Künstlerinnen, Bildungsfunktionäre. So wurde eine Serie von Vorträgen, Gesprächen und kulturellen Betätigungen in Gang gesetzt, um die Gemüter zu beleben und einen psychischen Zusammenbruch zu verhindern.

Seit Dezember 1944 begannen die Deutschen, Frauen im Straflager VI C in Oberlangen zu sammeln. Am Warschauer Aufstand nahmen rd. 5.000 Frauen teil, ca. 3.000 wurden gefangen genommen und nach Oberlangen kamen 1.721 Personen.

Das Lager Oberlangen hatte eine äusserst „dunkle“ Vergangenheit: Auf den sumpfigen Gebieten des Emslandes im Nordwesten Deutschlands gelegen, entstand es als eines von vielen Konzentrationslagern zwischen 1933 und 1938 zur Internierung von Gegner des Hitler-Regimes. Während des II WK wurden von der Wehrmacht einige dieser Lager für kriegsgefangene Soldaten übernommen. Durch das harte Klima, die Arbeit, Hunger und Krankheiten wurde das Lager für viele ein Ort der Vernichtung. Im Oktober 1944 wurde das Straflager VI C in Oberlangen aufgrund völlig unzureichender Lebensbedingungen aus dem Verzeichnis der Kriegsgefangenenlager gestrichen. Das Internationale Rote Kreuz in Genf konnte also nicht wissen, dass die polnischen kriegsgefangenen Frauen gerade hier gefangen gehalten wurden. Die Deutschen verwendeten das Lager VI C weiterhin als Straflager und sie sammelten dort die polnischen „AK-lernen“ als rebellisches und unfügsames Element, weil sie den eindringlichen Überredungs-Versuchen, als Zivilpersonen für die deutsche Kriegsindustrie zu arbeiten, nicht nachgaben.

Die Bedingungen, unter denen wir den Winter 1944/45 überleben sollten, waren äusserst beschwerlich, die vermoderten Holzbaracken, in denen Fenster und Türen undicht waren, die für 200 Personen vorgesehenen Räume mit dreistöckigen Pritschen, die dünnen Strohsäcke, die zwei eisernen Öfen in jeder Baracke, die mit feuchtem Torf befeuert wurden, der mehr rauchte als heizte. In einer der Barackenwar eine Reihe von Blechtrögen mit spärlich fliessendem Wasser (wenn es überhaupt Wasser gab) und dahinter einige primitive Latrinen, das stellte die gesamte sanitäre Einrichtung dar.

Acht Baracken wurden durch gesunde Personen bewohnt, im „Vorlager“ befand sich die Lazarettbaracke, die Küche und die Schneiderei, das Bad und die Entlausung. Ich erinnere mich nicht, dass die letzteren in Betrieb gewesen wären. Eine der leerstehenden Baracken war als Kapelle vorgesehen und die zwei übrigen unbesetzten dienten uns als „Brennholzreserve“: wir brachen das Holz aus den Pritschen, den Fussboden, den Rahmen heraus, bis es zu harten Bestrafungen aufgrund der „Zerstörung von Staatsgut“ seitens des deutschen Lagerkommandanten kam.

Die Verpflegung war ähnlich, wie in anderen Lagern: früh und abends lauwarmer Kräutersud, oft verschimmeltes Brot, hin und wieder ein Stück Margarine oder ein Löffel Rübensaft. Zu Mittag bitterer Grünkohl, madige Erbsen und zwei oder drei Pellkartoffeln.