Verwandte Ausgaben

offizielle Marken der polnischen Post


Lokalisierung: Grossbritannien, Frankreich

Noch während sie in Frankreich war, gab es von der polnischen Exil-Regierung Überlegungen, eigene Briefmarken herauszugeben, jedoch die sich rasch verändernden Bedingungen verhinderten dies. Als sie sich nun in London eingerichtet hatte, wurde dieses Projekt wieder aufgenommen, und die Ausgabe solcher Marken sollte der Welt zeigen, dass ihr legaler Status nicht in Frage gestellt war.
Es mussten zwei Anforderungen erfüllt werden: Die britische Souveränität durfte nicht angetastet werden; und die Marken und das benutze System mussten den Regeln der UPU entsprechen, bei der Polen Mitglied war.
Zu Beginn 1941 wurden die ersten Gespräche zwischen der polnischen Botschaft in London und dem GPO über die Ausgabe von Marken geführt, welche von den polnischen Einheiten in Grossbritannien benutzt werden sollten. Im Juli 1941 gab das GPO seine Zustimmung für die Verwendung von polnischen Marken auf Sendungen, die an Bord von polnischen Kriegsschiffen und Handelsschiffen aufgegeben wurden und im August 1941 gab das Aussenministerium (Foreign Office) seine Zustimmung. Damit auch das polnische Heer und die polnische Luftwaffe diese Marken benutzen konnten, musste noch die Zensurabteilung im Informationsministerium zustimmen, was im Dezember 1941 geschah. Der Postdienst nahm seine Tätigkeit am 1941-12-15 auf.

Bis zum Ende des Krieges hatte die Exil-Regierung 4 Sätze mit 21 verschiedenen Marken herausgegeben, die im allgemeinen als die „London“-Ausgaben bekannt sind. Die Druckstöcke bzw. -platten wurden im Juli 1945 zerstört.

Die erste Ausgabe vom 1945-12-15 umfasste 8 Werte (Mi-.Nr. 360/67) in Auflagen zwischen 140.000 und 675.000 Stück. Sie zeigt zerstörte polnische Städte und die restlichen vier Werte zeigen polnische Streitkräfte in Grossbritannien. Die zweite Serie (Mi-Nr. 368/93), war dem Widerstand im besetzten Polen und der Arbeit der polnischen Soldaten in den britischen Streitkräften gewidmet. Sie wurde am 1943-11-01 ausgegeben in Auflagen zwischen 200.000 und 600.000 Stück. Zu Gedenken der Kämpfe von Monte Cassino wurde am 1944-06-27 die dritte Serie ausgegeben: die vier höchsten Werte der ersten Ausgabe mit zweizeiligen Aufdruck „MONTE CASSINO / 28. V. 1944“ (Mi-Nr. 376/79). Gegen Ende des Krieges wurde am 1945-02-03 die 4. Serie mit nur einer Marke ausgegeben (Mi-Nr. A379), sie sollte an den Warschauer Aufstand erinnern. Auflage 105.000 Stück.
Als der Krieg sich dem Ende zuneigte, wurden von der Exil-Regierung Pläne für die Rückkehr nach Polen gemacht, und für die Ausgabe einer Dauerserie in dem zerstörten Land. Die ersten sieben Werte zeigen einen zurückgekehrten polnischen Soldaten, der von seiner Frau umarmt wird und die restlichen drei einen Arbeiter vor der Ruine des königlichen Schlosses, im Hintergrund die Sigismund-Säule.

 

Die Stocki-Produkte
„Kaum ein Philatelist auf der Welt hat der polnischen Philatelie derart viel Schaden zugefügt, wie Alexander (Aleksander) Stocki. Alle französischen Marken, mit den Lochungen „W P“ sind nachweislich Stocki-Phantasieprodukte, die nichts mit der Philatelie zu tun haben.

In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen gab es in Polen eine recht laute Affaire um gefälschte Flugvignetten des Erstfluges Warschau-Tokio vom August 1926. Es handelt sich dabei um LOPP-Vignetten zu 5 Zloty, welche auf die Erstflugsendungen aufgeklebt wurden. Ein sehr grosses Interesse der Sammler führte dazu, dass binnen kurzer Zeit keine Vignetten mehr zu kaufen waren. Das brachte Stocki auf die Idee, diese Vignetten nachzudrucken. Aus der Literatur geht nicht hervor, ob es sich dabei um Nachdrucke von der Original-Druckplatte handelte oder um eine Neuproduktion. Stocki war zu der Zeit als aktiver Oberleutnant in dem KORPUS TYPOGRAFICZNY WP (eine Druckerei der polnischen Armee) tätig. Die Sache kam vor ein militärisches Ehrengericht und Stocki wurde unehrenhaft auf der polnischen Armee entlassen.

Erst im Jahre 1939 taucht Stocki wieder in Frankreich auf. Aufgrund einiger Bekanntschaften begann er in Frankreich die sich dort neu formierenden polnischen Truppen mit philatelistischen Phantasieprodukten zu beglücken. Dazu gehörten vorerst zahlreiche französische Marken, die er mit den Buchstaben „W P“ durchlochte. (W.P. soll für Wojsko Polskie = polnisches Militär, Kriegsbüro stehen, kann aber auch als W.P. = Polnische Armee gedeutet werden.) Insgesamt versah Stocki 25 verschiedene Werte mit diesen Lochungen. Natürlich verfasste er zugleich eine Ausarbeitung mit den genauen Katalognummern und Auflagenzahlen, die anschliessend und teilweise bis in die heutige Zeit hinein, gutgläubig und bösgläubig publiziert werden.

Damals waren in Frankreich sämtliche Postsendungen von Soldaten bis 20 g, und die mit den Buchstaben „F.M.“ versehen waren, portofrei. Durch seine Bekanntschaft beim Sztab Naczelnego Wodza (Stab des Obersten Führers) gelang es Stocki, die von ihm fabrizierten Marken auf einige portofreie Soldatensendungen aufzukleben. Das führte dazu, dass später viele Sammler glaubten, es handele sich dabei um offizielle Ausgaben der Polnischen Armee in Frankreich

Später setzte er dann seine Tätigkeit bis zum Ende des 2. Weltkrieges in England fort. Dort produzierte er zahlreiche Vignetten und ähnliche Aufkleber, die er dann durch seine gute Bekanntschaft zum BIURO POCZTOWE WP (Postbüro der polnischen Armee) irgendwie auf ausgehender Bedarfspost anbrachte. Nicht selten sind seine Phantasieprodukte mit echten postalischen Stempeln der Polnischen Armee im Westen entwertet worden.“
©Petriuk

Es muss in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass auf den Sendungen mit diesen Marken nur die Stempel der Schiffe (s. Seepost) abgeschlagen werden durften! Alle anderen Stempel, seien es solche der poln. Feldpostämter oder poln. Dienststellen, sind illegal und müssen den „Stocki-Produkten“ zugerechnet werden! Ebenso Umschläge mit unleserlich gemachter Anschrift und dem Zudruck „Posted on Board / a Steamship of / the Free Polish / Merchant Navy“.
Es muss dem einzelnen Sammler überlassen bleiben, ob er für diese Produkte sein Geld ausgibt!!

Ebenso gibt es „echte Umschläge“ mit Bordstempeln aus dem Bereich der ersten Ausgabe-Tage, welche aufgedruckte Adressen von -damals- gut bekannten Händlern tragen. Die sind:
The Windsor Stamp Co., Uckfield, Sussex
Whitfield King & Co., Ipswich, Suffolk
Healy & Wise Lts., London E.C. 2
David Field Ltd., London W. 1
Fife & Grey, Birmingham.
Die Schiffstempel sind im Hauptquartier der polnischen Marine abgeschlagen worden. Ebenso sind in beträchtlichen Mengen Pakete mit gestempelten Umschlägen von der Postabteilung des polnischen Finanzministeriums an polnische Botschaften und Konsulate in den USA und der Schweiz geschickt worden, damit örtliche Händler sie in diesen Ländern verkaufen sollten. Diese Umschläge tragen meist den Stempel „Polish Ministery of Finance“ auf der Rückseite.

Unter dem Pseudonym „H. M. Smith P. T. S.“ brachte er in England einen Katalog mit dem Titel „Polish Post 7 Years War 1939 – 1945“ heraus. Darin vermischte er echte Ausgaben der polnischen Exilregierung mit seinen Phantasieprodukten. Stocki ist einige Zeit später nach Palästina ausgewandert und dort gestorben. Er hnterliess eine grosse Kiste mit seinen Produkten, die dann in alle Welt gewandert sind, teilweise für viel Geld.

 

Wer weiss mehr?

Weiterführende Literatur:
St. J. Zolkiewski: Die sogenannten „Stocki-Fälschungen“. in: Filatelista 1983:2:29
St. J. Zolkiewski: Fortsetzung dazu, in: Filatelista 1983:7:162
Scheper, Dirk: Polnische und „polnische“ Firmenlochungen. in: ARGE Polen MB 36/98:55-60
Sill, K.-H.: Ergänzungen dazu. in: ARGE Polen MB 1998:38:3
Kay, George K. und Negus, Ron: Polish Exile Mail in Great Britain 1939 – 1949, York, 1997
© Dr. Manfred G. Heber

 

 

Private Aufkleber (Vignetten)
Während des Krieges erschien eine Anzahl verschiedner polnischer Verschlussmarken. Sie waren nicht offizieller Herkunft. Wahrscheinlich waren sie von mehr als einer Person initiiert worden, die genaue Herkunft ist immer noch unklar, obwohl fest steht, dass ein polnischer Offizier, Alexander Stocki für die Produktion von einigen verantwortlich ist und sie in unbekannter Menge dem polnischen Feldpostamt gratis angeboten hat. Ihr Erscheinen auf dem philatelistischen Markt, ungebraucht und auf Umschlägen, hat die Auffassung unterstützt, dass diese Verschlussmarken offizielle durch die polnischen Autoritäten sanktioniert seien, aber dies ist bislang nicht zufriedenstellend bewiesen worden. Die wenigen Post-Stücke, welche diese „Verschlussmarken“ tragen und durch die polnische Feldpost liefen, scheinen zufällig durchgeschlüpft zu sein, denn sie entsprechen in keinem Fall den offiziellen Anforderungen. Lt. Stocki war auch in ähnlichen Dingen bei den norwegischen Exil-Streitkräften verwickelt und fertigte Brief-Verschlussmarken im Januar 1943 für sie an, aber auch diese wurden von der Feldpost-Organisation mit einiger Zurückhaltung betrachtet.
Andererseits können einige polnische Vignetten in dieser Zeit tatsächlich auf nicht-philatelistischer Post verwendet worden sein: Die patriotische Natur ihrer Entwürfe kann dazu geführt haben, dass sie in der gleichen Art verwendet wurden, wie die patriotischen Aufkleber oder Wohlfahrts-Aufkleber , die in Mengen auf der Weihnachtspost verwendet wurden. Da sie von der Postverwaltung ungern gesehen wurden und ihre offene Verwendung von den polnischen Behörden verboten war, sind derartige Umschläge nur selten zu finden.
In letzter Zeit wurden diese polnischen Vignetten oft bei Auktionen gesehen, auf Blanko-Umschlägen zusammen mit niederen Wertstufen der englischen Dauerserie und/oder mit Marken der „Londoner“ Ausgabe, alle gestempelt mit Stempeln der polnischen (oder sogar der norwegischen) Exil-Regierung. Bis der Sammler bereit ist, sie lediglich als Andenken zu bewerten, versuchen die vorgebliche Frankierung und die Adressierung ihren nicht-postalischen Wert zu verbergen. Es gibt auch eine grosse Menge in loser Form von „Irrtümern“ dieser Vignetten, bekannt sind doppelter Aufdruck, tête-bêche, kopfstehende Aufdrucke usw. Ungeachtet dieser augenscheinlichen philatelistischen Zusammenhänge, bleiben die verschiednen Aufkleber interessante Spielereien, und verdienen es, genannt zu werden.
Stocki war ein tätiger Philatelist und in den Nachkriegsjahren auch ein Händler. Aber er war kein grosser Briefe-Schreiber, zahlreiche Postkarten, Briefe und Airgraphs mit seinem Namen, sowohl als Adresse wie auch als Absender, können in Sammlungen gefunden werden. Ungeachtet ihrer philatelistischen Herkunft, scheinen sie klar den postalischen Ansprüchen zu genügen und sammelfähig zu sein, weil sie durch die notwendigen postalischen Wege gelaufen scheinen, um ihre Glaubwürdigkeit nachzuweisen.
Verschlussmarke Typ 1: Ausgabedatum Dezember 1941. Ungezähnt.
Enthält nur Text auf farbigem, gummierten Papier mit einem Rahmen mit Ornamenten in den Ecken. Der Text ist zweisprachig: polnisch und englisch. Oberste Zeile „Poczta Polowa 1-go Korpusu W.P. Links und rechts vom senkrechten Trennungsstrich jeweils zweizeilig: „Madeszia /uszkodzona“, „Zabezpieczone / urzedowa“, rechts: „Damaged“. Der Text ist dunkelblau auf hellrosa oder dunkelrosa Papier. 2.400 ungezähnte Bogen von jeder der beiden Papier-Arten wurde gedruckt.

Verschlussmarke Typ 2: Ausgabedatum 1942-01-01. Ungezähnt.
Zeigt Flugzeug, Fallschirmspringer und Panzer in einem Streifen von drei Vignetten nebeneinander, die mittlere von doppelter Grösse der äusseren. In der linken (Flugzeug über Panzer) steht „FIELDPOST / POSTAL SEAL / 1st POLISH A.C.“, in der mittleren ( Flugzeug und mehrere Fallschirmspringer über Panzer) steht: „ POCZTA POLOWA / KORPUS W. P. / FIELDPOST / 1st POLISH ARMY CORPS“; in der rechten (wie linke: Flugzeug über Panzer) steht: „ FIELDPOST / LETTER SEAL / 1st POLISH A. C.“. Der Rahmen und die Worte sind in dunkelblau, während die Bilder rot mit grauem Hintergrund sind. Es gibt 250 ungezähnte Bögen auf weissen und strohgelben Papier. In jedem Bogen steht eine Reihe zu sechs Aufkleber kopf, so dass es eine Anzahl von tête-bêche-Paaren gibt.

Verschlussmarke Typ 2 A: Ausgabedatum 1942-10-14. Ungezähnt.
Wie Typ 2, jedoch nur dunkelblau und rot auf hellgrünem oder blauen Papier. Es wurden 60 ungezähnte Bogen jeder Farbe gedruckt.

Verschlussmarke Typ 2 B: Ausgabedatum 1942-10-16.. Ungezähnt.
Wie Typ 2 A, jedoch sind die Worte „FIELDPOST“, „ 1 KORPUS W.P.W und „1st POLISH AARMY CORPS“ mit dunkelroten Balken überdruckt und die Worte „POLISH FIELPOST“ hinzugefügt. 240 ungezähnte Bogen jeder Farbe wurden überdruckt. Es wurde vorgegeben, dass der Überdruck einen Teil des Aufdrucks verdecken solle, weil militärische Vorschriften verboten, den Namen der Formation zu nennen, aber durch den durchlässigen Aufdruck sind die originären Worte deutlich lesbar.

Verschlussmarke Typ 2 C: Ausgabedatum 1942-11. Gezähnt.
Wie Typ 2 B, jedoch gezähnt 10. Die Anzahl ist unbekannt.

Verschlussmarke Typ 2: Ausgabedatum 1942-01-01. Ungezähnt.

Verschlussmarke Typ 3: Ausgabedatum 1942-12. Ungezähnt.
Enthält wiederum lediglich Text auf braunem gummierten Papier. Der schwarze Aufdruck ist dreisprachig (englisch, französisch und polnisch). 30.000 Aufkleber wurden in Rollen zu 1.000 Stück gedruckt. links englisch/französisch: „POLISH FIELD POST / Found open or damaged / (Arrivé ouvert ou avarié / and officially secured. / et remis en état.)“; rechts nur polnisch „POLSKA POCZTA POLOWA / Nadeszla otwarte / lub uszkodzona i / zabespzieczona urzędowo“.

Verschlussmarke Typ 4: Ausgabedatum 1942-12. Ungezähnt/gezähnt.
Lediglich Text auf gelben gummierten Papier oder cremefarben gummierten dünnen Karton. Der schwarze Aufdruck ist zweisprachig, polnisch und englisch. Punktierte Rahmen und punktierte Linie unter der ersten Zeile. „POLSKA POCZTA POLOWA / Urzędowo zabezpieczona / przez Polską Pocztę Polową No,. 1“; „POLISH FIELD POST / Officially Sealed in the / POLISH FIELD POST OFFICE“.
20.000 Aufkleber wurden gedruckt, gezähnt 10, die Aussenränder blieben ungezähnt. Der Bogen bestand aus 16 Aufklebern.

Verschlussmarke Typ 5: Ausgabedatum 1942-12-15. Ungezähnt und gezähnt.
Ein Satz von vier Bildern, jedes zweisprachig in Bogen zu 32 Stück, sowohl gezähnt 10, wie auch ungezähnt. Über jedem Bild sind die Worte „POLISH FIELD POST“ oder „POLSKA POCZTA POLOWA“, am unteren Rand steht „LETTER SEAL“ oder „PIECZĘĆ LISTOWA“. Jedes Bild ist zweifarbig und zeigt:
Soldat vor einem Panzer: Rahmen orange, Mittelstück schwarz
Landender Fallschirmspringer: Rahmen grün, Mittelstück braun
Matrose: Rahmen rot, Mittelstück blau
Pilot steigt in ein Flugzeug ein: Rahmen grün, Mittelstück rosa.
15.000 Bogen wurden gedruckt, die Verwendung wurde am 1943-07-27 abgebrochen.

Verschlussmarke Typ 5 A: Ausgabedatum 1943-03-08. Gezähnt und ungezähnt.
Eine provisorischer Aufdruck „SPADOCHRONOWA“ wurde oben in lila auf den Aufklebern „Landender Fallschirmspringer“, dazu zusätzlich aufgedruckt die Umrisse eines Flugzeugs links oben und ein kleiner Fallschirm rechts oben. Es heisst, dass sie ausschliesslich für die Verwendung bei der 1. polnischen Fallschirmjäger Brigade gedacht gewesen seien, und nur 125 gezähnte Bogen und 12 ungezähnte Bogen der Originale wurden überdruckt.

Verschlussmarke Typ 5 B: Ausgabedatum 1943-017-16. Gezähnt.
Die Muster „Soldat; Matrose und Pilot“ wurden mit einem schwarzen Rand überdruckt, anlässlich des Todes von Gen. Sikorski. Je 60 Bogen „Soldat“ und je 125 Bogen „Matrose“ und „Pilot“ wurden überdruckt.

Verschlussmarke Typ 5 C: Ausgabedatum 1943-05. Gezähnt und ungezähnt.
Die Verschlussmarken 5 wurden für postalische Nachgebühr überdruckt, obwohl angenommen wird, dass sie nie benutzt wurden. Je 4.000 gezähnt 10 und eine sehr geringe Menge ungezähnter Verschlussmarken wurden mit Balken überdruckt, welche die früheren Aufdrucke überdecken und dazu die Worte „POCZTA POLOWA / DOPLATA“ und eine Wertziffer (in Pfund Sterling)

„1 D“ rot auf „Soldat vor Panzer“
„2 D“ blau auf „Fallschirmspringer“
„3 D“ rot auf „Matrose“
„4 D“ blau auf „Pilot“
„5 D“ grün auf „Soldat vor Panzer“

Verschlussmarke Typ 6: Ausgabedatum 1943-05. Gezähnt und ungezähnt.
Das Motiv „Fallschirmspringer“ der Type 5 wurde neu gedruckt, aber mit den Worten „POCZTA POLSKA / POLOWA“ auf drei Seiten um das Mittelstück, und unten die Worte „ODDZIAŁY / SPADOCHRONOWE“, alles in rot. Sie wurden in Druckbogen zu je 2 Bogen von je 32 Marken gedruckt, je zur Hälfte gezähnt 10 und ungezähnt. Es wurden gesamt 600 Bogen von je 32 Marken in zwei Farben gedruckt:
blauer Rahmen mit schokoladenbraunem Mittelstück
gelber Rahmen mit blauem Mittelstück.

Verschlussmarke Typ 6 A: Ausgabedatum 1943-07-16. Gezähnt und ungezähnt.
Die Type 6 wurde neu gedruckt: anlässlich des Todes von Gen. Sikorski mit einem schwarzen Rand.
Die gesamte Auflage war 200 Bogen zu 32 Stück in jeder Farbe und jeweils gezähnt 10 und ungezähnt.

Patriotische und Wohltätigkeits-Aufkleber.
Zusätzlich zu den zuvor beschriebenen Verschlussmarken, wurden während des Krieges verschiedene andere Vignetten hergestellt, einschliesslich solcher für die Polnische Luftwaffe und das Polnische Rote Kreuz. Die meisten dieser Vignetten haben keinen Wert-Aufdruck, sie wurden für wohltätige Zwecke verkauft, um den jeweiligen Fonds für Kriegsanstrengungen zu verstärken, zu dem die Spender gerne beitrugen.

Vignetten für die Polnische Luftwaffe
Die Bogen bestanden aus waagerechten Streifen mit sechs verschiedenen Bildern. Es gab zwei Auflagen: bei der ersten enthielt jeder Bogen 12 Streifen von sechs verschiednen Bildern, während die zweite 14 Streifen zu je sechs Bildern enthielt. Die Auflagen sind nicht bekannt, aber die zweite Auflage enthielt 600.000 Bilder, - 100.000 von jedem Bild. Der Druck war rot und blau auf weissen, leicht wolkigem Papier ohne Wasserzeichen. Die meisten der Vignetten sind gezähnt 10, aber es gibt auch einige ungezähnte. Die Bilder zeigen:

1. Karten von Polen mit dem Slogan „We do noch beg for Freedom – We fight for Freedom“. In der Mitte der Landkarte ist Warschau markiert; bei der ersten Auflage wurde Warschau nicht eingezeichnet.
2. Die polnische und die britische Flagge in V-Anordnung, unten rechts der Slogan „The Royal Air Force an die Polish Air Force are Fighting for Victory“.
3. Die Abzeichen der Polnischen Luftwaffe und der RAF (Britische Luftwaffe), dazu auf den Flugzeugen verwendete Kennzeichen und der gleiche Slogan wie in Nr. 2.
4. Eine polnische Flagge mit den Kennzeichen der Polnischen Luftwaffe überdruckt mit dem Slogan „The Polish Air Force during two years of war brought down over 1.000 enemy planes“. Dies bezieht sich auf polnische Aktivitäten innerhalb des Jäger-Kommandos.
5. Wie Nr. 4, jedoch mit dem Slogan „The Polish Air Force fighting for victory has in two years taken active part in 350 operations and flown 1.800 bomber planes“. Dies bezieht sich auf polnische Aktivitäten innerhalb des Bomber-Kommandos.
6. Ein leichtes „V“ mit dem polnischen weissen Adler und dem Slogan „Poland fights for Victory“.

Patriotische Propaganda-Aufkleber
1942 richtete die Exil-Regierung in den USA ein Büro ein, um verbindliche Informationen über Polen zu verteilen. Das Büro wurde als Polnisches Informations-Zentrum in der 745 Fifth Avenue, New York 22 bekannt. Es blieb bis Kriegsende in Tätigkeit. Unter anderen Aktivitäten stellte es drei verschiedene Aufkleber her, um auf die polnische Situation aufmerksam zu machen.

Der erste davon zeigt die polnische Flagge mit dem Slogan „Poland First to Fight“. Die kriegsbeschädigte Fahne zeigt die Nationalfarben rot und weiss; der Rest des Aufklebers ist dunkelblau. Das Ausgabedatum ist unbekannt, war aber wahrscheinlich 1944. Die Aufkleber wurden zu 45 im Bogen gedruckt, oben mit der Randinschrift „For Our Freedom and For Yours“. Unten stand „Poland's Sacrifices Mus Not Be Forgotten – Please Use These Stamps On All Your Mail“.
Ende 1944 wurde ein zweiter Aufkleber hergestellt, um an den Warschauer Aufstand zu gedenken. Er zeigt die Umrisse von Ruinen der Stadt, die Worte „Remember Warsaw“ in weiss und rot vervollständigen den Entwurf. Diese Aufkleber wurden in Bogen von 50 Stück gedruckt, und von dem polnischen Informations Zentrum zu 25 Cent pro Bogen verkauft.
Im April 1945 gab das Informations-Zentrum am Tag der Eröffnung der Konferenz von San Francisco zur Gründung der Vereinten Nationen seinen letzten Propaganda-Aufkleber heraus. Der Entwurf von W. Guranowski zeigt eine Karte von Polen in seinen Grenzen von 1939. Die Karte ist auf der Trennungslinie geteilt und von Stacheldraht zusammengehalten, als Symbol der Unterdrückung, die Polen in den Jahren erleiden musste. Der Slogan auf der Marke lautet in schwarz und rot „Justice for Poland“. Die Aufkleber wurden in Bogen zu 42 Stück (7 x 6) gedruckt und die Gesamtauflage betrug 360.000 Stück. Wie zuvor, wurde der Bogen für 25 Cent verkauft. Die Inschrift im Bogenrand oben lautet „Peace and Justice are Indivisible“.
Ein anderer, von W. R. Szomanski für die Gesellschaft der Polen in Grossbritannien während des Besuchs von Nikolai Bulganin und Nikita Chrustschow im April 1956 entworfener, Aufkleber zeigt den polnischen weissen Adler und den Slogan „Freedom For Poland“. 12.000 Stück wurden in rot und schwarz auf weissem Papier gedruckt. Sie wurden für 1 d pro Aufkleber verkauft.

Aufkleber des Polnischen Roten Kreuz
Vom Polnischen Roten Kreuz wurden drei Aufkleber verausgabt. 1941 ausgegeben zeigen sie in blau und rot ein Flugzeug, in blau, schwarz und rot einen Soldaten und in blau und rot ein Schlachtschiff, jeweils unten den Slogan „POLSKI / CZERWONY KRYŻ“. Der polnische weisse Adler und das Zeichen des Roten Kreuz vervollständigen den Entwurf. Jeder Entwurf wurde in gezähnten Bogen gedruckt, einige blieben am Aussenrand ungezähnt.
1942 wurden diese Aufkleber mit dem Gummistempel-Aufdruck „HELP / WARSAW“ verkauft.
Ein anderer Aufkleber wurde in Frankreich verausgabt und wurde verschiedentlich auf ankommender Post gefunden. Er zeigt eine Krankenschwester, welche ein Kind umarmt und die zweisprachige Inschrift „Croix Rouge Polonaise / Polski Czerwony Kryż“, darunter das Rote Kreuz und darunter „Paris 1939“. Am Unterrand steht der Druckvermerk Lafayette, Paris. Der Aufkleber ist in schwarz und rosa gedruckt und links oben ist der Wert 1 fr.

Andere Wohltätigkeits-Aufkleber
Ein Aufkleber in braun und blaugrün ohne Wertangabe stammt aus der Schweiz, wo er 1940 mit Hilfe eines polnischen Museums im Schloss von Rappertswil hergestellt wurde und trägt die Worte „Musée National / Polonais / à Rappertswil“, unten „Comité Polonais / (unleserliche Worte)“.
Ebenso sind die drei weiteren Aufkleber unbekannter Herkunft bebildert. Der erste trägt die Inschrift „NA WDOWY I SIEROTY“ (für die Witwen und Waisen) und zeigt die Ruine des zerstörten Klosters Monte Cassino, im Vordergrund das Kampffeld mit rotem Mohn überstreut. Der Rahmen und der Mohn ist rot, der Rest schwarz.Gedruckt auf weissem Papier, ungezähnt.
Der zweite Aufkleber zeigt den Gnadenengel, der einen Flüchtling umarmt. Die Inschrift erklärt sich selbst: „Please / help / Polish / D.P. / children / in / Germany / and / Austria“(Helft bitte den polnischen verschleppten Kindern in Deutschland und Österreich).
Der dritte Aufkleber zeigt einen Teil der Ziegelsteinmauer von Warschau mit einem grossen „AK“ (Armia Krajowa = Heimat-Armee) und das Symbol PW (Polska Walcząca = kämpfendes Polen). beides an den Warschauer Aufstand 1944 erinnernd. Die restliche Inschrift „ZBÓRKA NA INWALIDÓW“ heisst „Sammlung für Invalide“. Er ist in orange auf weissem, gummierten, gezähnten Papier gedruckt.

Ausgaben der Gesellschaft der Polnischen Philatelisten
Über die Tätigkeiten dieser 1943 gegründeten Gesellschaft ist wenig bekannt, ausser der Tatsache, dass ein vervielfältigter Rundbrief herausgegeben wurde (von dem keine Exemplare erhalten geblieben zu sein scheinen) und einige gedruckte Souvenirs, die gelegentlich gesehen werden. Sie entschieden sich 1944 den 25. Jahrestag der ersten wirklichen polnischen Briefmarke zu feiern, die 1919 gedruckt wurde, wobei sie die Ausgaben von 1860 ignorierten, weil sie unter russischer Post-Herrschaft erschienen, wie auch die provisorisch überdruckten deutschen und österreichischen Ausgaben 1918 – 1919.
Ein Erinnerungs-Cachet sowie ein Stempel mit verstellbarem Datum wurden erworben und dem Polnischen Feldpostamt geschenkt. Deren Verwendung in dieser Form erhielt nicht die Genehmigung, jedoch wurde das Geschenk nicht aufgegeben: Weil die Inschrift „Pierwszy dzień – First Day“ war, wurde diese und auch die vier Schriftzeilen links und rechts des Doppelkreisstempels entfernt. Danach wurde der Tagesstempel vielfach benutzt. Es ist hinzuzufügen, dass eine „begrenzte Anzahl von Versuchsdrucken“ des Cachets vor seiner Veränderung angefertigt wurde.
In der Erwartung, dass das Cachet offiziell anerkannt werden würde, ist eine unbekannte Zahl von Faltblättern und 3.000 Postkarten gedruckt worden, welche damit gestempelte Briefmarken tragen – als „Ersttag“. Das Faltblatt trägt britische Marken und die der „Londoner Ausgabe“ und das Werk von H. M. Smith behauptet, dass einige von ihnen das vollständige Cachet enthalten, aber die meisten sind mit einer Nachahmung des Cachet gestempelt, und das Siegel der Gesellschaft ersetzt den Tagesstempel. Der Rest wurde mit dem Tagesstempel der Polnischen Luftwaffe gestempelt oder teilweise mit dem Stempel der „polnischen Marine“.
Teilweise erhielten Reste der Postkarte einen Aufdruck, um an den tragischen Tod von Gen. Sikorski zu gedenken und tragen den Tagesstempel eines polnischen Feldpostamtes.

Patriotische Postkarten und Grusskarten
Patriotischer Eifer zeigte sich in der Produktion von verschiedenen Korrespondenz- und Grusskarten. Einige wurden von Regierungs-Agenturen verausgabt, die Polnische Luftwaffe, die polnischen Boy Scouts und Gesellschaft der Girl Guides in London usw. erschienen ebenso auf dem potentiellen Markt. Einer besonderen Bemerkung sind die individuellen Entwürfe wert, die von künstlerischen polnischen Soldaten angefertigt wurden. Wegen ihres persönlichen Charakters werden nicht viele überlebt haben. Weil sie ziemlich schwer erkannt werden können, werden sie meist übersehen.
In den Jahren nach dem Krieg schenkten die Sammler Postkarten und anderem sammelwerten Material wenig Aufmerksamkeit, aber in den letzten Jahren bedecken diese Erinnerungsstücke ein weites Feld. Sicherlich können Leser dieser begrenzten Zahl von Abbildungen auf diesen Seiten noch welche hinzufügen, aber wir meinen, dass selbst diese begrenzte Zahl ausreichend ist.
©Kay S. 234 ff

Wer weiss mehr?

Weiterführende Literatur: